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  • Lena Eller

Wie ich spirituell wurde und Jesus mir erschien

Ich schreibe in diesem Artikel teilweise bewusst aus meiner "alten" Sichtweise, die noch sehr wertend und eingeschränkt ist. Ich möchte damit niemand beleidigen, sondern lediglich deutlich machen, wie ich damals die Welt und die Menschen wahrgenommen habe und wie sich diese Sichtweise in den letzten Jahren durch meinen Heilungsprozess verändert hat.


2015 traf ich meine erste spirituelle Lehrerin Beate. Ich war nicht offensichtlich auf dem spirituellen Weg. Ich hatte mich damals nur gerade von meinem langjährigen Freund getrennt, weil ich mich auf die Suche nach der großen wahren Liebe machen wollte, die ich glaubte, bei meinem damaligen Freund nicht finden zu können. Erst viel später habe ich gelernt, dass man die große Liebe überhaupt nicht im Außen findet…

Spiritualität war damals für mich ein rotes Tuch. Ich wollte große Karriere machen, Vorstand in einem Konzern werden und betrieb exzessiv Sport. Der Leistungsgedanke unserer Gesellschaft war tief in meinen Gehirnwindungen verwurzelt. Alles was auch nur im Entferntesten mit Spiritualität in Verbindung zu bringen war, lehnte ich vehement ab. Einmal verirrte ich mich in einen Body Balance Kurs, einer Mischung aus Yoga, Tai Chi und Qigong, in meinem Fitness Studio und flüchtete nach den ersten drei Sonnengrüßen panikartig und grußlos aus dem Kursraum. Jetzt wo ich das hier schreibe, wird mir klar, dass der Grund für meine überstürzte Flucht damals war, dass ich durch den Kurs mit meiner Urwunde in Kontakt kam, was ich damals - wie die meisten Menschen - unbedingt vermeiden wollte, weil es sehr großen emotionalen Schmerz hervorruft, mit dem ich damals noch nicht umgehen konnte.

Auslöser für die Trennung von meinem Freund damals war ein Arbeitskollege, in den ich mich bereits im ersten Meeting hoffnungslos verschoss. Besagter Kollege, der Abteilungsleiter war und auch deutlich deutlich älter als ich, bemerkte meine schüchterne naive Verschossenheit natürlich sofort und lud mich kurz darauf zum Mittagessen in ein teures Restaurant in der Nähe unseres Büros ein. Ich war hin und weg. Wir schrieben uns SMS hin und her, gingen zusammen essen und immer wenn er nicht schnell genug antwortete oder sich überhaupt nicht mehr meldete, war ich völlig verzweifelt.

In diesem Zustand lernte ich also meine spirituelle Lehrerin Beate morgens vor der Arbeit in einem Boot Camp in einem Park in der Nähe meiner damaligen Wohnung kennen. Sie erzählte nebenbei sie sei Coach für Essenzielle Psychologie und wir stellten fest, dass wir im gleichen Fitness Studio angemeldet waren. Sie bot mir ein Probecoaching an.

Es vergingen einige Wochen ohne dass ich groß darüber nachgedacht hatte, ob ich ihr Angebot annehmen wollte oder nicht. Nach diesen Wochen war der Leidensdruck hinsichtlich des besagten Arbeitskollegen immer noch sehr groß, weil er einfach so gar keine Verbindlichkeit mir gegenüber an den Tag legen wollte. Auf einer gemeinsamen Geschäftsreise hatte er mir erzählt, dass er und seine Frau geschieden wären. Ich war also weiterhin hoffnungsvoll, dass er zu haben wäre. Erst später fand ich heraus, dass er bereits eine neue Frau an seiner Seite hatte. Das hatte er mir gegenüber allerdings vergessen zu erwähnen.

Ich traf Beate zufällig in unserem gemeinsamen Fitness Studio und der ganze Herzschmerz brach aus mir heraus. Wir vereinbarten einen Termin für ein Coaching. Das Coaching dauerte drei Stunden, es ging darin überhaupt nicht um den Arbeitskollegen, sondern um Achtsamkeit und Körperwahrnehmung. Worüber wir geredet haben, weiß ich gar nicht mehr. Nach dem Coaching ging es mir wundersamerweise besser; ich fühlte mich erleichtert. Und Beate bot mir an, an ihrem Seminar teilzunehmen, das bald starten, eineinhalb Jahre dauern und alle 5-6 Wochen von freitagabends bis sonntagnachmittags stattfinden würde. Ich machte mit.

Wir waren eine kleine Gruppe von 5 oder 6 Teilnehmern, die am Anfang sehr stark fluktuierten, weil man sich bei den ersten drei Terminen überlegen durfte, ob man weiter dabei bleibt oder aussteigt. Die Seminare fanden in einem Yoga Raum auf dem Boden sitzend statt. Das war mir völlig suspekt. Durch meine Konzernbrille guckend, kam mir das alles hochgradig unseriös vor. Kein Beamer, keine Powerpoint Präsentation, die Lehrerin in Klamotten, die ich noch nicht mal an einem Gammelsonntag zu Hause anziehen würde. Und ich fragte mich, wo ich da wohl hineingeraten war. Aber ich war auch gefesselt und neugierig.

Es gab eine endlos lange Vorstellungsrunde, in der jede:r von den Problemen aus ihrem/seinem Leben erzählte, was ich echt ätzend fand. Was interessierten mich die Probleme der anderen Teilnehmer?! Ich wollte was lernen, dafür war ich hier. Dann kam ein Theorieteil, dessen Inhalte mir merkwürdig und esoterisch vorkamen, gefolgt von der gleichen Achtsamkeitsarbeit, die ich schon in dem Coaching mit Beate kennengelernt hatte. Ich war mehr als skeptisch, aber ein Teil von mir war hellauf begeistert von diesem ganzen esoterischen Scheiß. So ging ich weiter hin. Es folgten Meditationen, Chakra-Harmonisierungen, mehr Theorie über Karma, die kosmischen Gesetze und das All-Eins und jede Menge Achtsamkeitsarbeit.

Beate war auch ganz begeistert von mir, weil ich so mit Feuereifer dabei war. Sie erzählte ihrer spirituellen Lehrerin Renate von mir und schlug mich für die Ausbildung zum Coach in Essenzieller Psychologie vor, die man eigentlich erst machen durfte, wenn man das Basis Seminar absolviert hatte. Ich sei aber so „talentiert“, dass man mir zutraue auch jetzt schon an der Ausbildung teilzunehmen. Mit so viel Lob und Anerkennung waren sie bei mir genau an der richtigen Adresse. Kurz darauf unterschrieb ich den Vertrag für die dreijährige Ausbildung.

Die Ausbildung fand in einem Seminarhaus im Wald in der Nähe von Ochtrup statt. Ich nahm im Auto von Essen aus Beate mit, die Co-Ausbilderin bei dem Seminar war. Mir fiel sofort auf, dass außer mir nur „komische“ Leute an der Ausbildung teilzunehmen schienen. Ein Pärchen mit einem Ökoladen, die aussahen wie Shrek und Fiona und eine ganze Menge Öko-Hippies, die scheinbar aus dem Umkreis kamen und noch zwei oder drei Alternative aus Berlin. Da passte ich als Konzerntussi aus gutem Hause mit erstklassiger Ausbildung in meinen Augen so gar nicht rein. Ich wollte mich nicht auf eine Stufe mit „diesen“ Leuten herablassen.

Egal, ich machte mit, auch wenn mich das alles sehr befremdete. Vor allem, dass die es toll fanden nachts alle im Seminarraum zusammen auf dem Boden zu schlafen. Ich hatte mir sofort eines der wenigen verfügbaren Einzelzimmer reserviert. Der Ablauf war ein bisschen wie in der Jugendherberge. Jeder musste mal Essen machen, spülen, Tisch abräumen und man sollte in sich hineinfühlen, ob man „dran“ war. Kotz!

Ich überstand das erste Wochenende irgendwie und fand die Sachen, die da passierten zwar absolut strange, aber irgendwie auch gut. Es gab eine Hausaufgabe bis zum nächsten Treffen. Und zwar sollte man so oft wie möglich 45 Minuten frei meditieren. Im Schneidersitz mit den Handrücken auf den Knien und dann gucken was die Hände machen. Häh?! Den Körper von einer höheren Macht führen lassen. Aha… Es funktionierte aber tatsächlich. Mit ein bisschen Übung hoben meine Hände langsam von den Knien ab und entwickelten in ihrer Bewegung ein Eigenleben. Ich fand das völlig spooky und faszinierend zugleich.

Einen Tag machte ich diese Übung und spürte plötzlich eine Präsenz im Raum. Ich bekomm jetzt noch Gänsehaut, wenn ich davon schreibe. Ich spürte ganz deutlich, dass jemand da war. Nicht aus dieser Welt, kein Mensch, aber da war jemand in meiner Wohnung, ganz nah hinter mir. Meine Hände hoben sich weiter, meine Arme waren halb ausgestreckt und meine Hände oberhalb meines Kopfes. Es erinnerte mich plötzlich an die Haltung, die Jesus hatte als er ans Kreuz genagelt wurde. Und dann wusste ich plötzlich wessen Präsenz ich da spürte. Ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper und war kurz davor zu schreien. Ich tauchte aus meiner Meditation auf und blickte mich um. Da war niemand. Logischerweise. Die Präsenz spürte ich auch nicht mehr. Langsam beruhigte ich mich.

Ich erinnere mich, dass ich in dieser Zeit schlimme Alpträume hatte und nachts aufwachte und dachte, ich werde verrückt. Heute weiß ich, dass ich nicht verrückt bin, sondern dass es eine Gabe ist, solche Dinge wahrnehmen zu können, für die man vor ein paar hundert Jahren noch auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre. Die Präsenz von Jesus habe ich nur dieses eine Mal wahrgenommen. Viel später fand ich heraus, dass er Teil meines geistigen Teams ist und sich vielleicht deshalb damals mal hat blicken lassen.


Neulich habe ich für eine Kundin eine Botschaft ihres verstorbenen Vaters gechannelt und auch da bekam ich wieder eine Gänsehaut. Für mich ist das mittlerweile ein Zeichen, dass ich eine Verbindung aufgebaut habe, in eine Welt, die wir nicht mit den herkömmlichen fünf Sinnen wahrnehmen können.


Photo by Mor Shani on Unsplash

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